Gasherd richtig reinigen – Schritt für Schritt: Teile abnehmen, einweichen, schrubben

Ein Gasherd macht beim Kochen vieles richtig – aber er verzeiht wenig beim Putzen. Wer schon einmal versucht hat, eingebranntes Fett von einer Brennerkrone zu kratzen, weiß, wovon die Rede ist. Das Problem ist nicht der fehlende Wille, sondern meist die falsche Reihenfolge. Viele fangen an zu schrubben, bevor sie überhaupt die richtigen Teile abgenommen haben.

Dabei ist die Reinigung eines Gasherds kein Hexenwerk. Sie braucht ein bisschen Geduld, die richtige Herangehensweise – und das Wissen, welche Teile man wie behandelt.

Was du vor dem Reinigen wissen solltest

Der wichtigste Schritt passiert, bevor du überhaupt einen Schwamm in die Hand nimmst: Der Herd muss vollständig abgekühlt sein. Klingt selbstverständlich, wird aber regelmäßig übersprungen. Heiße Oberflächen reagieren mit Reinigungsmitteln anders als kalte – und Verbrennungen beim Putzen sind unangenehmer als gedacht.

Außerdem: Gasherde bestehen aus mehreren Materialien gleichzeitig. Emaille, Gusseisen, manchmal Edelstahl, Aluminium bei manchen Brennerteilen. Was für das eine gut ist, kann das andere beschädigen. Starke Scheuermittel zum Beispiel kratzen Emaille dauerhaft ein. Und Natron auf Aluminiumbrenner sollte man besser sein lassen – die Reaktion greift das Material an.

Die Teile abnehmen – in dieser Reihenfolge

Bevor du irgendetwas schrubst, nimmst du alles ab, was sich abnehmen lässt.

Topfträger (die schweren Gusseisenroste, auf denen die Töpfe stehen) lassen sich einfach abheben. Sie sind nur aufgelegt, nicht befestigt.

Brennerdeckel – die flachen Scheiben, die direkt auf dem Brenner sitzen – werden ebenfalls einfach abgehoben.

Brennerkronen – das sind die gelochten Ringe darunter – lassen sich bei den meisten Herden ebenfalls abnehmen, indem man sie leicht dreht oder anhebt. Nicht bei allen Modellen, aber bei den meisten.

Die Herdplatte selbst – also die Fläche, auf der alles sitzt – bleibt fest. Hier arbeitet man mit Schwamm und Tuch.

Einweichen statt schrubben

Der Fehler, den die meisten machen: Sie versuchen, eingebrannte Reste sofort mit Kraft zu entfernen. Das kostet unnötig viel Energie und hinterlässt Kratzer.

Die bessere Methode: Topfträger und Brennerdeckel in heißes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel legen – und einfach 20 bis 30 Minuten einweichen lassen. Wer hartnäckigere Verschmutzungen hat, lässt sie auch länger liegen, gerne eine Stunde.

Während die Teile einweichen, kümmert man sich um die Herdplatte. Dort reicht in den meisten Fällen ein feuchtes Mikrofasertuch mit etwas Spülmittel. Für eingebrannte Stellen kann man eine Paste aus Natron und etwas Wasser auftragen, kurz einwirken lassen und dann mit einem weichen Tuch abwischen. Wichtig: kein Scheuerpulver, keine Stahlwolle.

Wer mit besonders hartnäckigen Stellen kämpft, kann auf eingebranntes am Gasherd entfernen nachlesen, welche Methoden dort wirklich helfen.

Die Brennerteile reinigen

Nach dem Einweichen lassen sich die meisten Verschmutzungen mit einer weichen Bürste oder einem alten Schwamm ohne großen Druck entfernen. Für die kleinen Löcher in der Brennerkrone – durch die das Gas austritt – nimmt man am besten eine Zahnbürste oder, wenn nötig, einen Zahnstocher.

Wichtig: Die Löcher müssen wieder vollständig frei sein. Sind einzelne Öffnungen verstopft, verbrennt das Gas ungleichmäßig. Das sieht man an einer unregelmäßigen, vielleicht gelb-orangenen Flamme statt einer gleichmäßig blauen.

Ein Detail, das viele überrascht: Brennerteile aus Messing oder Aluminiumlegierung dürfen nicht in die Spülmaschine. Die Hitze und Spülmittelchemie greifen das Material über Zeit an. Gusseisenroste ebenfalls nicht – da geht die Schutzschicht verloren. Alles per Hand in lauwarmem Wasser.

Wieder zusammenbauen – und trocknen nicht vergessen

Das klingt banal, ist aber entscheidend: Alle Teile müssen vollständig trocken sein, bevor du den Herd wieder zusammensetzt und anmachst. Feuchtigkeit in der Brennerkrone kann dazu führen, dass der Herd nach dem Reinigen nicht mehr richtig zündet – oder gar nicht.

Am besten die Teile nach dem Waschen auf einem Tuch an der Luft trocknen lassen, mindestens 15 Minuten. Wer es eilig hat, kann mit einem Küchentuch vorsichtig nachwischen und dann kurz warten.

Beim Zusammensetzen: Brennerkrone zuerst, dann Brennerdeckel darauf, dann Topfträger drüber. Die Teile sollten satt und gerade sitzen – kippelt etwas, sitzt es nicht richtig.

Was regelmäßig hilft

Wer nach dem Kochen kurz mit einem feuchten Tuch über die Herdplatte wischt, spart sich die große Reinigung oft für Wochen. Frisches Fett lässt sich mühelos entfernen. Eingebranntes vom letzten Monat nicht.

Für die Pflege der Gusseisenroste, damit sie schwarz und geschützt bleiben, lohnt sich ein eigener Blick auf Gasherdplatten richtig pflegen. Und wer wissen will, welche Reinigungsmittel generell für Gasbrenner und Emaille unbedenklich sind, findet das unter Reinigungsmittel für den Gasherd.

Ein sauberer Gasherd ist kein Dauerprojekt. Er ist meistens das Ergebnis von zehn Minuten an den richtigen Stellen zur richtigen Zeit.