Backofenspray am Gasherd verwenden – so geht es und das sollte man beachten

Backofenspray ist das stärkste Reinigungsmittel, das die meisten Menschen zu Hause haben. Es enthält konzentrierte Laugen – meist Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid – die Fettablagerungen chemisch aufbrechen, selbst wenn sie seit Monaten eingebrannt sind. Am Backofen ist das unbestritten sinnvoll. Am Gasherd ist die Sache etwas differenzierter.

Nicht weil Backofenspray am Gasherd grundsätzlich verboten wäre. Sondern weil ein Gasherd aus verschiedenen Materialien besteht, die unterschiedlich auf starke Laugen reagieren.

Wo Backofenspray am Gasherd funktioniert

Auf der emaillierten Herdplatte – also der Fläche, auf der Brenner und Topfträger sitzen – kann Backofenspray bei hartnäckigen eingebrannten Flecken eingesetzt werden. Emaille ist säure- und laugenbeständig, wenn die Einwirkzeit im Rahmen bleibt und die Oberfläche keine Risse oder Abplatzer hat. Beschädigte Emaille reagiert empfindlicher – dort besser bei Natron-Paste bleiben.

Auf emaillierten Brennerdeckeln ist es ebenfalls einsetzbar, solange sie nicht aus Aluminium sind.

Für Topfträger aus Gusseisen kann Backofenspray bei extremen Verschmutzungen helfen – aber nur kurz einwirken lassen und danach gründlich abspülen. Gusseisen und starke Laugen über längere Zeit sind keine gute Kombination.

Was man auslässt

Aluminiumbauteile reagieren heftig mit starken Laugen. Die Oberfläche wird angegriffen, verfärbt sich dunkel oder bekommt eine raue, mattierte Textur. Manche Brennerkronen bestehen aus Aluminiumlegierungen – hier ist Backofenspray tabu. Im Zweifel: leichtere, hellere Brennerteile lieber nicht mit Backofenspray behandeln.

Zündkerzen und Zündsicherungen sollten grundsätzlich nicht mit Backofenspray in Kontakt kommen. Das Spray kann Rückstände hinterlassen, die die Zündung beeinträchtigen oder das Metall der Zündkerze angreifen.

Edelstahlflächen – falls der Herd eine Edelstahlblende oder -abdeckung hat – können Schlieren und Verfärbungen durch Backofenspray entwickeln, besonders wenn es zu lange einwirkt. Hier lieber mit einem spezifischen Edelstahlreiniger arbeiten.

Drehknöpfe aus Kunststoff sind ebenfalls keine geeigneten Kandidaten – sie werden vorher abgezogen und separat mit Spülmittel gereinigt.

Richtige Anwendung

Herd muss kalt und ausgeschaltet sein. Das klingt selbstverständlich, ist aber bei einem Reinigungsmittel mit dieser Stärke besonders wichtig – auf warmen Oberflächen wirkt Backofenspray unkontrollierter und kann Dämpfe freisetzen.

Fenster auf. Backofenspray enthält Laugen, deren Dämpfe in geschlossenen Räumen unangenehm und bei empfindlichen Personen reizend wirken können.

Spray sparsam und gezielt auf die verschmutzten Stellen aufsprühen. Nicht großflächig verteilen – nur dorthin, wo es wirklich nötig ist. Einwirkzeit nach Herstellerangaben, meistens zwischen 5 und 30 Minuten. Länger als angegeben ist selten besser und auf Emaille nicht empfehlenswert.

Nach der Einwirkzeit mit einem feuchten Tuch oder Schwamm abwischen. Mehrfach nachwischen, bis keine Rückstände mehr zu spüren sind. Backofenspray hinterlässt auf der Oberfläche einen seifig-schleimigen Film, der vollständig entfernt werden muss – besonders wenn der Herd danach wieder erhitzt wird.

Wann Backofenspray wirklich sinnvoll ist

Als Alltagsmittel ist es überdimensioniert. Für eine regelmäßige Reinigung braucht man es nicht – da reichen Spülmittel und gelegentlich eine Natron-Paste völlig aus.

Sinnvoll ist Backofenspray bei der Grundreinigung nach längerer Vernachlässigung, beim Übernehmen eines stark verschmutzten Herds oder wenn eingebrannte Stellen trotz mehrerer Versuche mit Natron nicht weggegangen sind.

Wer wissen möchte, welche Reinigungsmittel generell für die verschiedenen Materialien am Gasherd geeignet sind, findet das unter Reinigungsmittel für den Gasherd. Und wer zuerst die schonendere Variante ausprobieren möchte, findet die Natron-Methode unter Gasherd eingebranntes reinigen.