Man putzt den Herd, freut sich kurz über das Ergebnis – und dann, beim nächsten Anmachen, riecht es seltsam. Nicht nach Gas, eher nach Chemie, oder nach verbranntem Reinigungsmittel, oder ein leicht säuerlicher Geruch, der sich durch die ganze Küche zieht. Das ist frustrierend, weil man eigentlich gerade das Gegenteil wollte.
Die gute Nachricht: Fast jeder Geruch nach dem Reinigen hat eine logische Ursache – und fast jede Ursache lässt sich beheben.
Der häufigste Fall: Reinigungsmittelreste auf der Herdplatte
Wenn beim Anmachen des Herds ein chemischer oder stechender Geruch entsteht, liegen in den meisten Fällen Reinigungsmittelreste auf der Herdplatte oder an den Brennerteilen. Die Reste verbrennen bei der ersten Hitze und erzeugen diesen typischen Geruch.
Das passiert besonders nach dem Einsatz von Backofenspray oder anderen alkalischen Reinigern, die nicht vollständig abgespült wurden. Aber auch Spülmittelreste auf Gusseisenrosten können beim Erhitzen rauchen und riechen.
Was hilft: Herd komplett abkühlen lassen, alle Teile mit klarem Wasser nachwischen – gründlicher als beim ersten Mal – und nochmals trocknen lassen. Beim ersten Einschalten danach gut lüften.
Essiggeruch nach der Reinigung
Wer Essig als Reinigungsmittel verwendet hat, kennt das: Der Geruch sitzt hartnäckig in der Küche, auch wenn man glaubt, alles gut abgewischt zu haben.
Essig verdunstet zwar von alleine, aber auf Gusseisenrosten oder in Ritzen der Herdplatte bleibt er länger haften. Die Lösung ist simpel: nochmals mit klarem Wasser abwischen, danach gut lüften. Auf Gusseisen hat Essig ohnehin nichts verloren – er greift die Oberfläche an – deshalb am besten dort gar nicht erst einsetzen.
Geruch durch Feuchtigkeit
Ein dumpfer, leicht muffiger Geruch beim ersten Einschalten nach dem Reinigen deutet oft auf Restfeuchtigkeit hin – in den Brennerkronen, unter den Topfträgern oder in den Spalten der Herdplatte. Das Wasser verdampft beim Erhitzen und kann, wenn sich organische Reste darunter befinden, unangenehm riechen.
Hier hilft nur: länger trocknen lassen vor dem ersten Benutzen. Wer es eilig hat, kann mit einem Föhn auf niedriger Stufe von etwas Abstand nachhelfen.
Eingebranntes, das beim Putzen übersehen wurde
Manchmal stammt der Geruch nicht vom Reinigungsmittel, sondern von Fett oder Speiseresten, die beim Reinigen verrutscht statt entfernt wurden. Ein Stück eingebrannter Sauce, das unter einem Topfträger lag und jetzt frei liegt. Ein Fetttropfen, der beim Abwischen auf einen heißeren Bereich geschoben wurde.
Das erkennt man daran, dass der Geruch erst beim Erhitzen entsteht – und eher nach verbranntem Fett oder Essen riecht als nach Chemie.
Abhilfe: Herd nach dem Abkühlen nochmals absuchen, besonders unter den Brennerteilen und in den Ecken der Herdplatte. Wer unter die Brenner schaut und dort dunkle Flecken findet, hat wahrscheinlich die Quelle gefunden. Mehr dazu unter Unter den Gasherdbrennern reinigen.
Was es nicht ist – aber trotzdem beachtet werden sollte
Geruch nach Gas ist eine eigene Kategorie. Wenn der Herd nach Reinigungsmittel oder verbranntem Fett riecht, ist das unangenehm, aber harmlos. Wenn er nach rohem Gas riecht – ein typischer Schwefelgeruch, ähnlich faulen Eiern – ist das etwas anderes. In dem Fall: Herd nicht benutzen, Fenster öffnen, einen Fachbetrieb kontaktieren. Das ist kein Fall für Hausmittel oder eine weitere Putzrunde.
Bei allem anderen – Chemiegestank, Essiggeruch, Rauch beim Einschalten – hilft nachwischen, trocknen lassen, lüften. Und beim nächsten Mal die Reinigungsmittelreste noch sorgfältiger abspülen.
Wer wissen möchte, welche Reinigungsmittel generell für den Gasherd geeignet sind und welche besser wegbleiben, findet das unter Reinigungsmittel für den Gasherd.
